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NEW YORK CITY MARATHON 2018

New York City Marathon – Von Staten Island über Brooklyn, nach Queens, durch die Bronx bis nach Manhattan. Weit mehr als 1.000.000 Zuseher tragen über 50.000 Läufer die 42km bis in den Central Park. Die Stimmung einzigartig und die Emotionen unbeschreiblich.

Wie kann man teilnehmen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten am New York City Marathon teilnehmen zu dürfen. Ich habe mich zum Beispiel über eine Laufzeit bei einem Halbmarathon für New York qualifiziert (1h 23min). Eine andere Möglichkeit sind die Lottery oder die Anmeldung über einen Reiseveranstalter. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der startet für eine Charity.

Ich bin dabei!

Qualizeit: Marathon oder Halbmarathon mit einer bestimmten Zeit https://www.tcsnycmarathon.org/plan-your-race/run-in-2019/guaranteed-entry-for-2019

Lottery: Nicht ganz einfach, da ein Drittel der Lotterieplätze an den Großraum New York geht, ein weiteres Drittel an den Rest der USA und das letzte Drittel an alle ausländischen Läufer. https://www.tcsnycmarathon.org/plan-your-race/run-in-2019

Reiseveranstalter: Nicht ganz billig und teilweise Wartelisten (Voranmeldung sinnvoll).

Charity: Wohl eine gute Alternative, wenn man das Geld zusätzlich noch sinnvoll einsetzen möchte: https://www.tcsnycmarathon.org/plan-your-race/run-for-charity

Die Finishline knapp zwei Tage vor dem Marathon

Der Marathon – Emotionen pur!

Der Marathonstart selbst war zwar erst um 9.50 Uhr (Block A, Welle 1, blaue Zone), allerdings ist der Start etwa 40min per Bus entfernt. Somit war Tagwache um 4.30 Uhr, da mein Bus bereits um 5.30 abfuhr. Gut organisiert, mit unzähligen Sicherheitskontrollen ging es somit von der New York Public Library beim Bryant Park zum Startareal auf Staten Island. Und dort hieß es einmal warten, warten, warten. Tee, Bananen, Wasser, Energieriegel und Brötchen für die Energieversorgung und eingehüllt in altes Gewand und Plastikfolien. Die Szenerie dort war schon etwas eigenartig und belustigend – eine gute Gelegenheit, um mit anderen Läufern ins Gespräch zu kommen. Aber das sind halt die großen Rennen – 50.000 Personen an den Start zu bringen ist keine leichte Aufgabe.

Endlich! Durch Lautsprecher wurden die ersten Läufer etwa 30min vor Startschuss zu ihren Startblocks aufgerufen. Das war schon ein Gänsehautgefühl – 20min vor dem Start mit dem TOP-Athleten noch die letzten Aufwärmrituale durchgeführt und ab zur Startlinie. Noch 10 Minuten und man konnte regelrecht spüren wie heiß die Läufer auf das Rennen waren. Die Ansprache von Peter Ciaccia, der 2018 das letzte Mal den Start durchführen durfte, gefolgt von der Amerikanischen Nationalhymne ließen dann endgültig dem Adrenalin freien Lauf.

Mein Outfit für den New York City Marathon

STARTSCHUSS zum wohl geilsten Marathon der Welt! Legendär sind die Aufnahmen von der ersten der insgesamt fünf großen Brücken. Von der Verrazzano-Narrows Bridge aus sieht man als Läufer direkt auf Lower Manhattan und die Freiheitsstatue. Spätestens jetzt ist die Gänsehaut nicht mehr zu verbergen und die ersten Schritte gehen wie von selbst!

Zuerst ging es durch Brooklyn, wo schon eine bombastische Stimmung herrschte in Richtung Queens und Halbmarathonmarke. Hier fiel das Laufen noch leicht und die vielen Zuschauer am Streckenrand pushten mich nach vorne. Erste größere Hürde war die Queensboro Bridge, die Richtung Manhattan führt. Auf der Brücke selbst waren keine Zuseher und die Beine wurden erstmals schwer. Die Belohnung und der erste Höhepunkt des Marathons kamen allerdings unmittelbar nach der Brücke, als es in die First Avenue ging. Schon auf der Brücke konnte man die Massen hören und in der First Avenue angekommen, wurde ich von den Zusehern getragen. Fans aus allen Ländern mit Fahnen und Anfeuerungsrufen, Kinder mit high-five und Polizisten mit Ratschen prägen das Bild beinahne entlang der gesamten Strecke. Doch dann kam das Unvermeidliche, der Mann mit dem Hammer schlug zu. Kurz vor der Bronx war es vorbei (das hohe Anfangstempo war bei mir der Grund) und ich musste meine angepeilte Zielzeit revidieren. Nun ging es einzig um die Medaille und um den Genuss. KM 35 bei der Fifth Avenue war dann schon richtig hart, aber die Vorfreude auf den Central Park lies mich immer weiter laufen und die Schmerzen vergessen. Das letzte und sehr emotionale Stück im Central Park war nicht einfach, da sehr hügelig, aber auch hier haben die Zuseher mich in Richtung Finishline gepusht. Fifth Avenue Ecke 59th Straße noch einmal Ney York Feeling pur mitten in den Hochhausschluchten und hinein in die letzte stimmungsgeladene Gerade vor dem endgültigen Finish im Central Park. Hier ist es egal wie du dich fühlst, du kannst einfach nichts anderes als Laufen. Die Finishline zum Greifen nahe und ein paar Minuten später auch schon in Sichtweite. Unbeschreiblich – Emotionen, Tränen, Genugtuung und ein Hochgefühl – kaum in Worte zu fassen.

Endlich ist sie um den Hals – die lang ersehnte Medaille!

Nach dem Rennen

Ausgepowert aber happy!

Die Medialle gibt es unmittelbar nach Zieleinflauf. Nach der Finishline ist der Weg allerdings gefühlt lange, sehr lange bis zum Ausgang (minimum 15min). Genügend Zeit um das Erlebte ein bisschen wirken zu lassen. Je nachdem ob man einen Poncho oder sein eigenes Zielsackerl abholt geht es in unterschiedliche Richtungen nach dem Zieleinlauf. Verpflegt mit Finisherbag dauert es eine gefühlte Ewigkeit vorbei an Rettungszelten, Fotografen und Reporten, bis man zum Ausgang kommt und die Medaille auch den mitgereisten Fans präsentieren kann.

Jetzt heißt es Beine hochlegen und die Emotionen verarbeiten. Das dauert und die Gedanken an das Rennen zaubern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. New York war anders. Emotionaler, stimmungsvoller und ehrwürdiger. Einzigartig und für eine Wiederholung gut, auf jeden Fall!

Der Abend wurde dann mit Finisher Medaille um den Hals, oder zumindest in der Hosentasche im Madison Square Garden beim Eishockeygame gefeiert. 🙂

Glücklich mit der Medaille um den Hals!

 

Tipps für deinen New York City Marathon

  • Don´t miss! Die Opening Ceremony am Freitag vor dem Marathon ist der Einlauf der Nationen. Bunt, lustig und macht Stimmung für den Marathonsonntag. Einen Tag vor dem Marathon gibt es auch den Abbott Dash to the Finish Line 5K run durch Manhattan. Ideal für Begleitpersonen auch ein New York Marathon Feeling zu bekommen.
  • Busverbindung zum Start: Die Verbindung mit dem Bus zum Start ist sehr gut. Wenn du einen frühen Bus nimmst, dann hast du in der Regel eine kürzere Anfahrtszeit (40min) dafür mehr Wartezeit im Startbereich bei Kälte. Wenn du einen späteren Bus nimmst dann kann es schon mal um die 1 ½ Stunden bis zum Start dauern. Jedoch ist es im Bus schön warm. Allerdings kann es dann sein, dass du nicht die erste Startwelle erreichst. Alternativ kann auch die Fähre benommen werden.
  • Startbereich: Stell dich auf eine lange Wartezeit mit Tee, Bananen und Riegeln ein. Es kann sehr kalt sein und in der Früh ist es auch noch schattig. Altes Gewand, eine dicke Jacke und/oder eine Wärmedecke sind unbedingt zu empfehlen. Für die nicht so „harten“ gibt es ein VIP-Package (Aufpreis) mit Zelt und größerem Frühstück.
  • Rennverlauf: Der Marathon ist sehr emotional und die Strecke nicht so einfach. Daher teile dir die Energie gut ein, lass dich nicht durch die Zuschauer zum Überpacen anstiften und genieße den Lauf. Es gibt genügend Labestationen (Tipp : nicht jeder verträgt die Elektrolytmischung der angebotenen Getränke, somit solltest du die vorher testen).  Die Toiletten sind nur suboptimal platziert und teilweise auch leicht zu übersehen – sieh dir das auf der Streckenbeschreibung gut an. Der letzte Abschnitt in Manhattan ist von sehr vielen Zuschauern geprägt, aber auch sehr kräfteraubend.
  • Kilometertafeln: Jede Meile ist angeschrieben und alle fünf Kilometer ist auch eine Kilometertafel mit Zeinehmung. Wichtig, wenn du die Zwischnzeiten am Handgelenk hast, dann besser in Meilen.
  • Zieleinlauf: Genieße es und lass die Emotionen hochkommen. Es gratuliert dir jeder dort und du bist ein Held. Allerdings dauert es sehr lange, bis man aus dem Zielbereich herauskommt (minimum 15 Minuten). Und auch dann ist es nicht einfach für Begleitpersonen bis zum Ausgang vorzudringen. Plane somit den Treffpunkt ein bisschen abseits, um dich nicht zu verpassen. Die Straßen sind großräumig gesperrt. Die Startnummer ist kein U-Bahn Ticket.
  • Die Marathonmesse ist wie immer einen ausgiebigen Besucht wer, aber nicht so bunt wie in Tokyo. Allerdings gibt es sehr viel Merchandising, damit du auch in der Heimat noch an den Marathon erinnert wirst.
  • In der New York Times werden alles Finisher abgedruckt. Diese ist aber schnell vergriffen. Sichere dir dein Andenken also früh genug.

NEW YORK war für mich der beste Marathon bis jetzt! Ein MUSS für alle begeisterten Läufer 😉

 

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